Mehr Natur in der Stadt!
Hep Monatzeder: Durch den Schulterschluss aller an der Erhaltung und Entwicklung der Moorlandschaften interessierten gesellschaftlichen Kräfte im Münchner Bündnis für Ökologie und die Initiierung von Renaturierungsmaßnahmen konnte nicht nur ein entscheidender Beitrag zur Biodiversitätssicherung geleistet werden, sondern gleichzeitig der Landschaftsraum als Erholungslandschaft aufgewertet sowie zur Umweltbildung beigetragen werden.“
Die Landeshauptstadt München gehört heute mit 4.200 Einwohnern je Quadratkilometer zu den am dichtesten besiedelten Städten in der Bundesrepublik. Mehr als 61 Prozent der Stadtfläche sind überbaut oder versiegelt. Zusätzlich mindert die Belastung durch Lärm und Abgase die Lebensqualität der Menschen. Grünzüge wirken demgegenüber als Frischluftschneisen. Deshalb hat Hep Monatzeder in München ein umfangreiches Grün- und Freiflächenausbauprogramm auf den Weg gebracht.
Hep Monatzeder: „Kerngedanke ist dabei nicht nur der Schutz und die Sicherung von Freiflächen, sondern vor allem deren Vernetzung. Aus einem Mosaik unterschiedlicher Flächen sollen nach und nach zusammenhängende innerstädtische Erholungsmöglichkeiten für die BürgerInnen werden.“
Insgesamt 14 große Grünzüge mit einer Gesamtlänge von rund 70 Kilometern und einer angestrebten Gesamtfläche von rund 1.460 Hektar sind geplant. Seit 1993 konnten bereits 43,8 Hektar neue Grünflächen erschlossen und ausgebaut werden. Damit sind inzwischen 42 Prozent der Gesamtfläche der 14 geplanten Grünzüge fertiggestellt.
Bei den noch ausstehenden Grünzügen besteht das Problem, dass nur wenige zusammenhängende Flächen in städtischem Besitz liegen. Und die Verhandlungen über Grundstückskäufe von privaten Eigentümern erweisen sich immer wieder als kompliziert. Deshalb hatte sich auch das „Münchner Bündnis für Ökologie“ zum Ziel gesetzt, die "Grünzüge in Fahrt zu bringen" und dem Projekt vor allem durch Öffentlichkeitsarbeit einen neuen Schub zu verleihen. Um für das Gesamtprojekt den "Boden zu bereiten", wurden die positiven Auswirkungen für die betroffenen Stadtteile mit Info-Veranstaltungen, Festen und Exkursionen (Naherholung) verdeutlicht.
Hep Monatzeder: „Ein ganz neuer Ansatz für die Nutzung von Freiflächen bot sich in der Einrichtung sog. „Naturerfahrungsräume“, auf denen sich die Natur frei entwickeln kann, ohne intensive gärtnerische Gestaltung und ohne Ausstattung durch Spielgeräte oder sonstiger Möblierung. Die erste dieser „wilden“ Flächen, auf denen Kinder und Jugendliche kreativ spielen und dabei Natur erleben können wird im nächsten Jahr in Johanneskirchen als Bestandteil des Grünzuges D „Grünes Band Ost“ umgesetzt.“
Neben dem Schutz und der Sicherung von Freiflächen lag ein weiter Schwerpunkt auf der Renaturierung. Von den einst landschaftsprägenden Feuchtgebieten im Münchner Westen, die neben den naturnahen Lebensräumen an der Isar und den Münchner Heiden und Wäldern die vierte Säule des Münchner Biotopgefüges bilden, waren nur noch geringe Bruchteile erhalten und auch die Quellbäche hatten viel von ihrem früheren Charakter eingebüßt. Durch gezielte Renaturierungsmaßnahmen konnten hier zwischenzeitlich erfreuliche Verbesserungen herbeigeführt werden.





