18.09.2013

Wettbewerb Hauptstadt des Fairen Handels: München erhält Sonderpreis für Natursteinbeschaffung


Für die ausschließliche zertifizierte Natursteinbeschaffung ist die Landeshauptstadt München mit einem von insgesamt fünf Sonderpreisen beim Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels 2013“ bedacht worden. Am Mittwoch, 18. September, durfte ich den Preis in Bremen von Gudrun Kopp, der parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, entgegen genommen. Mit der Auszeichnung sind eine Urkunde sowie ein Preisgeld von 1.000 Euro verbunden. Geld, das München in den fairen Handel und die faire Beschaffung reinvestieren wird.

München hat Vorbildcharakter – als bundesweit einzige Kommune fordert die Landeshauptstadt über das Baureferat Zertifikate bei der Beschaffung von Natursteinen. Eigenerklärungen der Bieterinnen und Bieter, dass die Produkte nicht aus ausbeuterischer Kinderarbeit stammen, werden seit knapp einem Jahr nicht mehr akzeptiert, denn die Ausbeutung von Kindern gerade beim Klopfen von Steinen in Steinbrüchen ist traurig und beschämend. Umso wichtiger ist es, dass sich eine Großstadt wie München bei der Beschaffung vorbildlich verhält.
Die Beschaffung zertifizierter Natursteine ist Teil des Ende 2011 vom Münchner Stadtrat gefassten Beschlusses zur Weiterentwicklung der nachhaltigen und fairen Beschaffung. Der Beschluss ist für die Stadtverwaltung bindend und wird von der am Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) angesiedelten Fachstelle Eine Welt begleitet, die auch die Bewerbung Münchens eingereicht hat. Für die Umsetzung der neuen Kriterien zur Beschaffung von Natursteinen, ist in München in Kooperation mit meinem Büro und dem Eine Welt Netzwerkes Bayers e.V. im Dezember 2012 ein Fachtag organisiert worden. Ziel des Projekts zum ausschließlichen Kauf von zertifizierten Natursteinen ist, Umsetzungsstrategien, Strukturen und Kriterien für das Ausschreibungsverfahren zu entwickeln und insbesondere die Baubranche sowie den Steinhandel zu sensibilisieren. Ich will ein lebenswertes München, das auch deshalb lebenswert ist, weil auf soziale Kriterien geachtet wird. Die kommunale Beschaffung kann hier sicherlich Einfluss auf den Markt geltend machen. Umso wichtiger sind solche Leuchtturmprojekte.

Der 2003 ins Leben gerufene Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“, bei dem München jetzt den Sonderpreis gewonnen hat, wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert und zeigt wachsende Wirkung: 2013 bewarben sich 70 Kommunen mit 843 Projekten, die Hansestadt Rostock ging als Siegerin hervor.

München hatte sich zuletzt 2009 um den jährlich ausgelobten Preis „Hauptstadt des fairen Handels“ beworben und seinerzeit den 2. Platz belegt. Das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro ist damals treuhänderisch durch das Nord-Süd-Form verwaltet und zur Förderung des Fairen Handels in München verwendet worden. Dadurch wurde zum Beispiel die Einführung der MünchenSchokolade oder eine Neuauflage der Broschüre „Fairer Einkauf 4 Kids“ ermöglicht. Außerdem gab es verschiedene Aktivitäten zum Fairen Handel, wie z.B. die Jugendauszeichnung fairmuenchen. Hier wurden engagierte Münchner Kinder und Jugendliche, die den Fairen Handel durch spannende Aktionen und Projekte in ihrem Umfeld vorantreiben, ausgezeichnet und prämiert. 2010 hat die München mit der Schaffung der Fachstelle Eine Welt im RGU Strukturen geschaffen, um das Thema Fairer Handel strategisch anzugehen und das Engagement der Landeshauptstadt in diesem Bereich zu verstärken. Die Fachstelle hat gemeinsam mit meinem Büro den Ende 2011 gefassten Stadtratsbeschluss zur Weiterentwicklung der fairen Beschaffung vorbereitet. Dieser Beschluss enthält auch den Auftrag neben der fairen Beschaffung auch den fairen Handel in der Stadtgesellschaft zu stärken. Im Juli 2013 ist München von Verein TransFair als Fairtrade-Town ausgezeichnet worden.