18.02.2010

„Von der grünen Isarmetropole zur goldenen Stadt“


München als fahrradfreundliche Tourismusstadt im europäischen Fernradwegenetz. Pressekonferenz „Internationaler Fernradweg München-Regensburg-Prag“

Egal wohin Sie in Deutschland derzeit schauen – und ich kann mir gut vorstellen, dass sich in Tschechien ein ähnliches Bild bietet - die Menschen fahren wieder mehr Fahrrad. Kein Zweifel, Fahrradfahren ist stark im Kommen. Und zwar sowohl im Alltag, also für die Fahrt zur Arbeit und zum Einkaufen, als auch in der Freizeit und im Urlaub.

Vor allem Letzteres, nämlich das Radeln in der Freizeit und im Urlaub, soll mit dem Fernradweg zwischen der grünen Isarmetropole München - über die Unesco-Welterbestadt Regensburg - und der Goldenen Stadt Prag kräftig „beschleunigt“ werden. Bei den vielen reizvollen Zielen und der immer wieder sehenswerten Landschaft entlang der Radlstrecke liegt es ja nahe, die Tour immer wieder zu unterbrechen und etappenweise ans Ziel zu radeln.

Das erste Teilstück des neuen Fernradwegs verläuft bis Freising entlang des „Isarradwegs“ und setzt sich von dort über den „Abens-Radweg“ Richtung Regensburg fort. Von dort aus geht es dann – gemäß dem Motto „450 km grenzenloser Radlspaß“ – entlang des historischen Handelsweges weiter auf dem schon bestehenden Fernradweg bis nach Prag. Keine Frage, das ist sanfter und in diesem Fall sogar grenzüberschreitender Tourismus par excellence; und das unterstützen wir als bayerische Landeshauptstadt natürlich gerne.

Mit diesem neuen internationalen Fernradweg wird München noch enger in das Netz überregionaler Radrouten eingebunden. Bisher sind es vier Fernradwege, die das Münchner Stadtgebiet kreuzen: Nämlich der „Isarradweg“ von Scharnitz an der österreichischen Grenze bis an die Donau bei Niederalteich. Dann der „Panoramaweg Isar-Inn“ nach Wasserburg am Inn, der „Ammersee-Radweg“ nach Bad Wörishofen und schließlich der „Mangfall-Radweg“ nach Rosenheim. Außerdem wird München von der „Deutschlandroute D11 Ostsee - Oberbayern“ von Rostock nach Salzburg durchquert.

Mit dem Radl ist man immer auf dem richtigen Weg in die grüne Isarmetropole.

Radlgäste, die auf diesen Routen in die bayerische Landeshauptstadt kommen, finden sich sofort in der Stadt zurecht. Dafür sorgt der nahtlose Übergang zwischen den regionalen, nationalen und internationalen Radrouten in unser lokales Radwegenetz. Besonders profitieren die Radlerinnen und Radler von unserer neuen wegweisenden Beschilderung für den Radverkehr: Die auffälligen weißen Schilder mit grüner Schrift und Fahrradsymbol sind überall im Stadtgebiet gut zu erkennen. Neben geographischen Zielen innerhalb und außerhalb Münchens sind auf den Wegweisern auch touristisch interessante Plätze und Einrichtungen - jeweils mit der genauen Entfernung - angegeben: bspw. der Viktualienmarkt, der Chinesische Turm, Schloss Nymphenburg, das Deutsche Museum oder die Allianz-Arena. Die Markierungen der überörtlichen Radrouten sind in die städtische Beschilderung integriert.

Und dass München selbst ein Herz für Radlerinnen und Radler hat,

das zeigt sich sehr schön im Ergebnis einer Befragung, die wir im Herbst 2008 auf den Straßen Münchens durchgeführt haben. Da erklärten nämlich ¾ der Interviewten, dass man in München gut oder sogar sehr gut mit dem Radl fahren kann. Und das belegt auch der Anteil des Radverkehrs an allen Wegen, die die Münchner Bevölkerung täglich zurücklegt. Im Jahr 2008 waren das beachtliche 14 Prozent. Unter deutschen Großstädten ist das ein Spitzenwert. Und diesen Weg wollen wir auch künftig fortsetzen. Unser Ziel ist es, im Jahr 2015 möglichst die 20-Prozent-Marke zu „reißen“. Heute verfügt die Stadt München bereits über ein Radwegenetz von insgesamt 1.200 Kilometern Länge und insgesamt rund 22.000 Fahrrad-Abstellplätze – und das werden wir künftig noch kräftig ausbauen.

Wie Sie hören, meine Damen und Herren, der Entdeckungstour mit dem Rad durch München steht nichts mehr entgegen. Und wer als Tourist oder Gast in München kein eigenes Fahrrad dabei hat, findet im Stadtgebiet ein großes Angebot an Leihfahrrädern. Neben den öffentlichen Leihfahrrädern von „Call a Bike“ - die registrierten Nutzerinnen und Nutzern zwischen März und November für eine kurzfristige Ausleihe im Straßenraum zur Verfügung stehen - können Fahrräder bei vielen Anbietern auch „klassisch“ ausgeliehen werden. Sehr beliebt sind die Stadtführungen per Rad. Unter kompetenter Führung - auch auf Englisch – lassen sich die kulturellen und historischen Highlights in München wunderbar „erfahren“. Unsere historische Altstadt ist mit einem dichten Radroutennetz erschlossen, und im Gegensatz zum Auto kommt man mit dem Fahrradl sogar bis mitten ins Herz der Stadt – und wer es drauf anlegt, sogar bis zu mir ins Rathaus!

Jetzt wünsche ich dem internationalen Fernradweg München – Regensburg – Prag, dass viele Radlerinnen und Radler ihn „erfahren“, und die Sehenswürdigkeiten und Landschaften entlang der Route entdecken und genießen werden – die Voraussetzungen dafür sind in bester Form gegeben.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!

Ihr Hep Monatzeder