28.06.2011

Soweit die Räder tragen


Im Bereich der Radverkehrsförderung haben wir uns viel vorgenommen: München soll Radlhauptstadt werden. Ein gutes Stück der Wegstrecke ist bereits zurückgelegt – unter den deutschen Metropolen nimmt die bayerische Landeshauptstadt vor Berlin und Frankfurt am Main den Spitzenplatz ein. Allein in den Jahren 2002 bis 2008 hat der Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen von 10 auf 15 Prozent zugenommen - das entspricht einer Steigerung um beachtliche 40 Prozent. Für das Jahr 2015 peilen wir das nächste Etappenziel an: Bis dahin soll der Radverkehrsanteil in München auf deutlich über 17 Prozent steigen. Ich persönlich halte sogar einen Radverkehrsanteil von über 20 Prozent längerfristig für möglich und erstrebenswert.

Um auch die zusätzlichen Radlerinnen und Radler sicher und komfortabel über unser Straßen- und Wegenetz führen zu können wird die Radverkehrs-Infrastruktur kontinuierlich verbessert und zügig weiter ausgebaut: Das Münchner Radverkehrsnetz umfasst heute eine Länge von circa 1.200 Kilometern, in den nächsten Jahren sollen weitere 200 Kilometer dazukommen. Mit durchschnittlich 3,9 Kilometer Radwegen pro Quadratkilometer Fläche hat München das dichteste Radwegenetz in Deutschland und übertrifft den europäischen Durchschnitt um den Faktor drei.

Damit der Radverkehr künftig noch besser, schneller und sicherer von A nach B kommt werden wichtige Lücken im Radwegenetz durch das Anlegen neuer Fahrradspuren geschlossen. Im letzten Jahr passierte das beispielsweise durch Markierungen auf Fahrbahnabschnitten in der Maximiliansstraße, der Einsteinstraße und der Orleansstraße. Auch in der Brienner Straße werden sich die Verhältnisse für die Radlerinnen und Radler verbessern: Bis Ende Juni werden im Abschnitt zwischen der Türkenstraße und dem Platz der Opfer des Nationalsozialismus beiderseits sog. Schutzstreifen abmarkiert; im nächsten Schritt werden die Schutzstreifen für den Radverkehr auf den Abschnitt zwischen Karolinenplatz und Arcisstraße ausgedehnt.

Auch auf den anderen Baustellen geht viel voran: Der mehrwöchige Pilotversuch am Rotkreuzplatz ist erfolgreich abgeschlossen. Als nächstes werden die Ergebnisse dem Bezirksausschuss und dem Stadtrat vorgestellt, versehen mit einer Empfehlung für die künftige Verkehrsführung. Ebenfalls befasst wird der Stadtrat - noch vor der Sommerpause - mit dem Leuchtturmprojekt Kapuzinerstraße. Hier gilt es das Verkehrs- und Funktionskonzept zu beschließen. Ebenfalls im Blickfeld bleiben die zwei „dicken Bretter“ Lindwurmstraße und Rosenheimer Straße: Hier stehen – möglichst noch in 2011 - sog. Leistungsfähigkeits-Untersuchungen an, auf deren Grundlage die Verkehrs- und Funktionskonzepte entwickelt werden können.

Zur Verflüssigung des Radverkehr im nahräumlichen Bereich sollen bis 2015 insgesamt 300 der rund 700 Münchner Einbahnstraßen für den Radverkehr in beiden Richtungen geöffnet werden. Aktuell sind 241 Einbahnstraßen für die Radlerinnen und Radler in beide Richtungen befahrbar, das entspricht etwa 30 Prozent. Bis Ende Juli werden weitere 12 Einbahnstraßen innerhalb des Altstadtrings dazukommen. Aber nicht nur der fließende, auch der ruhende Radverkehr wird beim weiteren Infrastruktur-Ausbau angemessen berücksichtigt: Derzeit gibt es in München rund 25.000 Bike & Ride-Abstellplätze - in vier Jahren sollen es mindestens 27.000 sein. Hinzu kommen circa 2.400 neue Fahrrad-Stellplätze in verschiedenen Stadtteilzentren und Altbaugebieten.

Der Grundsatzbeschluss Radverkehr, den die Vollversammlung des Stadtrats am 20. Mai 2009 beschlossen hatte, gibt Zielmarken für die aktuelle und weitere Radverkehrsförderung vor und hat die Einrichtung von insgesamt sieben thematischen Arbeitsgruppen initiiert: Von der „Öffnung von Einbahnstraßen und Einrichtung von Fahrradstraßen.“ über „Engpässe und Netzlücken, „Schwierige Knotenpunkte“, „Abstellplätze im Straßenraum“, „Optimierung von B + R-Anlagen„ bis hin zum „Marketing“ decken die Arbeitsgruppen alle wichtigen Themenfelder innovativer und richtungsweisender kommunaler Radverkehrsförderung ab.

Um das Radlfahr'n in München noch attraktiver zu gestalten und die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen, ist die Stadtverwaltung nicht nur mit vielfältigen baulichen Maßnahmen aktiv: Mit der aktuellen Fahrradkampagne „Radlhauptstadt München“ werden die Bürgerinnen und Bürger auf sympathische Weise auch zu mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr angehalten - Die höchsten Sympathiewerte bringt dabei unser Radl-Sicherheitscheck: Hier können die Münchnerinnen und Münchner kostenlos ihr Fahrrad auf Sicherheitsmängel durchchecken lassen. Bei größeren Mängeln wird auf die Fahrrad-Reparaturwerkstätten verwiesen. Aktuell ist der Radl-Sicherheitscheck sogar auf Schultournee. Eine wertvolle Ergänzung beim Thema Verkehrssicherheit ist die Broschüre „Radeln – im Trend und sicher“. Sie erklärt alle wichtigen Verkehrsregeln, Begriffe und Schilder und enthält wertvolle Tipps zum Thema „Verkehrssicheres Fahrrad“.

Die aktuelle Fahrradkampagne bringt also nicht nur mit Sicherheit mehr Werbung fürs Radeln in München, sondern wirbt auch für mehr Sicherheit beim Radeln. Damit liegt sie voll im Trend - Genau wie Ihr, wenn Ihr mit jedem Tritt in Eure Pedale München ein Stück weiter auf dem Weg zur Radlhauptstadt bringt.