25.02.2010

„Solarenergie in München – Sackgasse oder Chance?“


Podiumsveranstaltung im Stadtmuseum

Die Gretchenfrage der heutigen Veranstaltung, nämlich „Solarenergie in München – Sackgasse oder Chance?“ ist aus meiner Sicht - also aus der Sicht des grünen Bürgermeisters - schnell und einfach zu beantworten: Solarenergie in München ist wesentlich mehr als nur eine Chance! Und das nicht nur mit Blick auf die Wetterkarte, denn - laut Statistik - kommen wir in München auf beachtliche 1.800 Sonnenstunden pro Jahr.

Diese „Steilvorlage“, die uns das Wetter quasi frei Haus liefert, haben wir auch bisher schon tatkräftig genutzt:
So unterstützen wir mit unserem „Förderprogramm Energieeinsparung“ seit vielen Jahren den Einbau von Solaranlagen.
Mit der neuen Solarinitiative „SIM - München solar durchdacht“ haben wir uns das Ziel gesetzt, 10 Prozent des Münchner Stroms aus Sonnenenergie zu gewinnen.
Und auch das ambitionierte Ziel der Stadtwerke München „100 Prozent Ökostrom für alle Privathaushalte“ lässt sich bis 2015 am besten realisieren, wenn dabei auch die Solarenergie verstärkt zum Einsatz kommt.

Was uns dabei antreibt, ist das ehrgeizige Klimaschutzziel, das wir uns selbst gesteckt haben: Immerhin wollen wir bis 2030 den Kohlendioxid-Ausstoß in München um 50 Prozent verringern.
Ein weiterer starker Antrieb für verstärkte Investitionen in Solarenergie ist das Ziel, von Energie- und Rohstoffimporten aus dem Ausland ein Stück weit unabhängiger zu werden.
Und schließlich sind - (!) gerade im Immobilienbereich - die Energiekosten selbst ein wesentliches Entscheidungskriterium für eine regenerativ betriebene und sparsame Haustechnik.

Denn soviel steht fest: energetisch unzureichend geplante oder schlecht sanierte Gebäude sind eine finanzielle Zeitbombe! Und niemand kann heute genau vorhersagen, in welchen Mengen und zu welchen Kosten fossile Energieträger in den nächsten Jahren zur Verfügung stehen werden.

Die Nutzung von Solarenergie ist dagegen schon heute in vielen Fällen wirtschaftlich - und zwar besonders bei konstant hohen Verbrauchswerten und bei großen Gebäuden. Damit sich aber die errechneten und erwünschten Einspareffekte auch einstellen, sind qualitativ hochwertige Anlagen Voraussetzung. Denn nur so lässt sich gewährleisten, dass Solaranlagen ihren optimalen Ertrag erwirtschaftet. Allerdings: Die hohe Qualität in Planung, Technik, Montage, Regulierung und Wartung hat natürlich ihren Preis. Umso wichtiger ist es, dass die ausführenden Technik- und Handwerksbetriebe ihre Kunden sinnvoll, plausibel und überzeugend beraten und bedienen. Kein Bauherr oder Investor kauft die Katze im Sack. Von Anfang an muss klar sein, wie viel Einsparung eine Solaranlage in einem bestimmten Zeitraum bringt.

Die Landeshauptstadt München unterstützt diesen Ansatz nach Kräften: Wir bieten ein modulares System aus Fördermöglichkeiten und Beratungsleistungen, die (!) das Bauen und Sanieren von Wohngebäuden nach energie-optimierten Standards erleichtern. Dabei empfehlen wir Ihnen auch den Münchner Qualitätsstandard; denn damit wird bei baulichen Maßnahmen eine größtmögliche Einsparung an Energie und damit auch an Kosten erreicht. Die entsprechende Broschüre „Der Münchner Qualitätsstandard“ haben wir Ihnen heute gleich mitgebracht.

Die Vorteile des Münchner Qualitätsstandards lassen sich ganz klar benennen - und zwar sowohl für Eigentümer als auch für Mieter von Wohngebäuden: Eine hohe Ausführungsqualität sichert nicht nur die Wertsteigerung der Immobilie - bei Sanierungsmaßnahmen gleichermaßen wie bei Neubauten. Sie stellt auch sicher, dass sinnvolle Maßnahmen zur Verringerung der Betriebs- und Heizkosten ergriffen werden, die nachvollziehbar zu einer Senkung der Energiekosten führen. Vorausgehende Berechnungen hierzu garantieren, dass die Energieeinsparungen auch tatsächlich erreicht werden. Und das wiederum liegt im entscheidenden Interesse der Mieter und Gebäudenutzer - denn so können die Miet-Nebenkosten dauerhaft gering gehalten werden.

Und damit beide Seiten - Mieter und Vermieter - von den finanziellen Vorteilen profitieren, empfiehlt der Münchner Sanierungsstandard, die (!) Umlage der Investitionskosten für Energieeinspar- und Sanierungsmaßnahmen transparent und ausgleichend zu gestalten. Im Idealfall wird die Differenz zwischen der höheren Kaltmiete und den geringeren Heizkosten so ausgeglichen, dass für beide Seiten eine Win-Win-Situation einstellt. So erzielt man eine erhöhte Akzeptanz der Maßnahmen bei allen Interessengruppen und schafft Vertrauen zwischen Mietern und Vermietern. Und das ist fast unbezahlbar.

Aber auch Planer, Techniker und Handwerker profitieren von den Leitlinien des Münchner Qualitätsstandards: Sie erhalten Orientierung für eine qualitätsvolle Ausführung energetischer Maßnahmen; und bekommen nützliche Hilfen, um den Investoren und Bauherren technische Details bereits zu einem frühen Planungs- und Beratungszeitpunkt anschaulich zu erläutern.

Damit die Solarthermie- bzw. Solarstromanlagen in Zukunft möglichst reibungslos auf den Münchner Dächern in Betrieb gehen können, gilt es, wichtige Einzelheiten zu beachten: Erfahrungsgemäß treten nämlich besonders im Detail immer wieder Hemmnisse und Schwierigkeiten auf. Und deshalb soll die heutige Veranstaltung dazu dienen, Ihnen wertvolle Informationen und Erfahrungen zum Thema Solarenergie mitzugeben. In der Podiumsdiskussion hören wir dazu die Standpunkte anerkannter Fachleute.

Ich würde mich freuen, wenn Sie meinen Ausführungen entnehmen konnten, dass es unser Anliegen ist - zusammen mit externen Partnern, wie der Innung Spengler, Sanitär- und Heizungstechnik München - den Ausbau der Solarenergie nach Kräften zu unterstützen.

Ihr Hep Monatzeder