05.04.2011

München lebt Vielfalt - 1. Interkultureller Integrationsbericht für München liegt vor


Meilenstein erfolgreicher Münchner Integrationspolitik

München lebt Vielfalt. Knapper und treffender lassen sich die verheißungsvollen und richtungsweisenden Ergebnisse der Münchner Integrationspolitik kaum beschreiben.

„München lebt Vielfalt“ - so lautet auch der Titel des ersten Interkulturellen Integrationsberichtes für München, den ich Ende Januar 2011 auf einer Pressekonferenz vorgestellt habe.

Nach der Schaffung der Stelle für interkulturelle Arbeit im Sozialreferat und der
Erstellung eines Interkulturellen Integrationskonzeptes für die gesamte Stadtverwaltung ist dies ein weiterer wichtiger Meilenstein erfolgreicher Münchner Integrationspolitik.

Integration gelingt in München seit jeher gut. Ein Grund dafür ist die ausgewogene Stadtplanungspolitik, die in allen Stadtvierteln für stabile soziale Bevölkerungsstrukturen sorgt; entsprechend gibt es in München bis heute
keine segregierten Viertel und keine Ghettos.


Was allerdings über lange Zeit hinweg fehlte war eine Gesamtstrategie der Stadtverwaltung für die interkulturelle Integration. Den Anstoß hierzu gab mein Bürgermeisterbüro im Zuge des Agenda21-Prozesses. Zusammen mit der grünen Stadtratsfraktion konnte ich im Jahr 2003 die Stelle für interkulturelle
Arbeit durchsetzen und damit die unverzichtbaren personellen Rahmenbedingungen für den weiteren Prozess der interkulturellen
Orientierung und Öffnung von Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft schaffen.

Solide Grundlagen

Mit dem von der Stelle für interkulturelle Arbeit erarbeiteten Integrationskonzept beschloss der Stadtrat im Jahr 2008 die interkulturelle Orientierung und Öffnung als kommunale Strategie und verpflichtete
die Stadtverwaltung zu deren Umsetzung. Gleichzeitig erfolgte damit auch die Verpflichtung zur Vorlage eines Interkulturellen Integrationsberichtes, mittels dessen der Stadtrat alle drei Jahre über die Fortschritte und weiteren Bedarfe innerhalb der Integrationspolitik informiert werden soll.

In insgesamt sechs zentralen Handlungsfeldern - nämlich ‚Interkulturelle Öffnung‘, ‚Förderung gesellschaftlicher Teilhabe‘, ‚Bildung‘, ‚Ausbildung und Arbeitsmarkt´, ‚Sprachförderung‘ und ‚Abbau von Diskriminierung‘
- spiegelt der jetzt vorliegende Interkulturelle Integrationsbericht den aktuellen Stand der Münchner Integrationsarbeit wider – mit viel versprechenden Ergebnissen:

Viel versprechende Ergebnisse

  • So konnte durch eine gezielte Umstellung des Auswahlverfahrens der Anteil städtischer Auszubildender mit Migrationshintergrundin den Jahren 2006 bis 2009 von 11 auf 16,2 Prozent gesteigert werden.
  • Allein in den Jahren 2007 bis 2009 erhielten rund 2.000 städtische MitarbeiterInnen eine interkulturelle Schulung.
  • Die mit Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes zum 1.1.2005 eingeführtenIntegrationskurse wurden in den Jahren 2005 bis 2009 von rund 17.000 Personenbesucht. Davon waren mehr als die Hälfte - nämlich rund 9.000 KursteilnehmerInnen - sog. AltzuwanderInnen, die ohne jede Verpflichtung an den Integrationskursen teilgenommen hatten. Allein schon diese Zahl widerlegt die Mär von den IntegrationsverweigerInnen.
  • Zuversicht macht auch die folgende Zahl:
    47 Prozent der 3- bis 6-jährigen Kinder, die 2008 eine Kindertagesstätte besuchten,hatten einen Migrationshintergrund. Dieser Anteil entspricht annähernd dem Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung.

Die Tatsache allerdings, dass der Anteil von AusländerInnen an Münchner Hauptschulen doppelt so hoch ist wie derjenige von allen MünchnerInnen und AusländerInnen doppelt so hoch von Arbeitslosigkeit betroffen sind
wie die Münchner Gesamtbevölkerung verweist auf einen nach wie vor hohen Handlungsbedarf in den Feldern ‚Bildung‘ sowie ‚Ausbildung und Arbeitsmarkt‘.

In der Summe zeigt der erste Interkulturelle Integrationsbericht, dass die Stadtverwaltung die von der Politik vorgegebene Richtung der interkulturellen Orientierung und Öffnung angenommen hat und auch ernsthaft umsetzt.
Er zeigt auch – aber das muss ich gegenüber Grünen nicht extra betonen – dass die Integration besser ist als ihr Ruf und dass die MigrantInnen integrationswillig sind.

Künftiger Handlungsbedarf

Die Strategie der interkulturellen Orientierung und Öffnung darf aber nicht auf die Stadtverwaltung allein beschränkt bleiben. Als ‚Integrationsbürgermeister‘ und Vorsitzender der Stadtratskommission für interkulturelle Integration werde ich die interkulturelle Orientierung und Öffnung in die Stadtgesellschaft weiter vorantreiben. Ebenso wichtig ist es, diese auch in anderen öffentlichen
Institutionen, privaten Einrichtungen, Unternehmen, Dienstleistern, Vereinen und Verbänden zu verankern und mit Leben zu erfüllen.

Öffnung brauchen wir auch bei der Zuwanderung. Es besteht insbesondere Bedarf an qualifizierten Fachkräften. München braucht – wie Deutschland insgesamt – z.B. qualifiziertes Fachpersonal im Pflegebereich. Zuwanderung ist eine wesentliche Voraussetzung für ökonomischen Erfolg. Das zeigt sich
auch daran, dass innerhalb der deutschen Großstädte jene mit dem höchsten Anteil an MigrantInnen – nämlich München, Frankfurt am Main und Stuttgart – heute ökonomisch am besten dastehen.

Abschließend noch ein Satz zu einem Thema, das mir besonders am Herzen liegt – den Flüchtlingen.

Die Landeshauptstadt München wird ihrer humanitären Verpflichtung gegenüber Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, auch in Zukunft gezielt nachkommen. Die Münchner Integrationspolitik schließt Flüchtlinge
mit ihren Bedürfnissen und Belangen ausdrücklich mit ein. Auch dafür werde ich mich als Münchner Bürgermeister weiterhin stark machen.