17.01.2008

Keine Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmitteln!


Hep Monatzeder diskutiert mit Percy Schmeiser, Träger des Alternativen Nobelpreises 2007

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesunde und sichere Nahrungsmittel auch in Zukunft!

 

Hep Monatzeder warnt vor dem Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut.

Zusammen mit Percy Schmeiser, Träger des Alternativen Nobelpreises 2008, warnte Hep Monatzeder im Rahmen einer Pressekonferenz eindringlich vor den unabsehbaren und unbeherrschbaren Folgen der Anwendung von Gentechnik in Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion.

Hep Monatzeder: „Die Europäische Kommission, die Bundesregierung und die Bayerische Staatsregierung wollen die Einführung der Gentechnik in die Landwirtschaft massiv fördern. Damit steht der Einzug gentechnisch veränderter Nahrungsmittel auf breiter Basis kurz bevor - wenn nicht rechtzeitig dagegen gesteuert wird. Und die Chancen dafür stehen gut: Über 70 Prozent der Bevölkerung in Europa und auch der Großteil der Landwirte lehnen Gentechnik in Nahrungmitteln und der Landwirtschaft grundsätzlich ab. Und das aus guten Gründen.“

Percy Schmeiser: „Die mit Gentechnik verbundenen Risiken für Gesundheit, Umwelt und gentechnikfreie, also konventionelle und ökologische Landwirtschaft, sind nach wie vor nicht abschätzbar. Der Verlauf gentechnischer Versuche ist aber weder vorhersehbar noch sicher. Auch die konkreten Auswirkungen gentechnisch veränderter Lebensmittel auf die menschliche Gesundheit sind weiterhin ungeklärt. Eine Koexistenz von gentechnikfreier Landwirtschaft und Gentech-Anbau ist aber faktisch nicht möglich. Das heißt, die Wahlfreiheit der Verbraucherinnen und Verbraucher für gentechnikfreie Nahrungsmittel könnte auch in Europa schon bald entfallen!“

Deshalb entstehen überall in Europa und auch weltweit Zonen gentechnikfreier Landwirtschaft. So z. B. in der Schweiz, in Österreich, Ungarn, Italien, Griechenland und Polen. In Deutschland haben sich seit Anfang 2004 mehr als 27.000 Landwirte1) in mehr als 170 gentechnikfreien Regionen und Initiativen2) mit knapp 1 Mio. Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche3) dazu verpflichtet, auf ihren Äckern gentechnisch verändertes Saatgut nicht auszubringen. Hinzu kommen die vielen Initiativen einzelner Landwirte, die für ihren Hof erklären: „Wir arbeiten ohne Gentechnik!“. Damit halten in Deutschland über 28.500 Landwirte eine Gesamtfläche von mehr als 1,1 Mio. Hektar garantiert und nachvollziehbar gentechnikfrei.

Hep Monatzeder: „Auch im Großraum München ist der größte Landwirt, nämlich die Landeshauptstadt München mit den städtischen Güter des Kommunalreferates, diesem freiwilligen Zusammenschluss beigetreten. Bereits seit 1999 verzichten - auf Basis eines Grundsatzbeschlusses des Stadtrates - die städtischen landwirtschaftlichen Betriebe auf die Verwendung gentechnisch veränderter Produktionsmittel. Über entsprechende vertragliche Regelungen sind auch die Pächter städtischer landwirtschaftlicher Flächen diesem Verzicht angeschlossen. Seit 2004 gehört die Landeshauptstadt auch dem Aktionsbündnis Gentechnikfreie Zone München an. In diesem Rahmen appellieren wir auch an weitere Grundstückseigentümer und Institutionen im Großraum München, sich diesem Bündnis anzuschließen.“

Darüber hinaus hat die Münchner Stadtspitze 2006 die Petition „Gentechnik freie Regionen und Gebiete“, die an die Europäische Kommission gerichtet ist, mit unterzeichnet. In der Petition wird u.a. gefordert, dass die Gesetzgebung der Europäischen Union das demokratische Recht lokaler und regionaler Regierungen schützen muss, selbst zu entscheiden, ob gentechnisch veränderte Pflanzen in ihren jeweiligen Gebieten angebaut werden dürfen oder nicht.

Hep Monatzeder: „Dieses Recht muss im Zuge der Novellierung auch in der Neufassung des deutschen Gentechnik-Gesetzes verankert werden. Die Wahlfreiheit der Menschen für gentechnisch freie Nahrungsmittel muss auch künftig erhalten bleiben! Zu Gunsten der lokalen Wirtschaft - insbesondere der Landwirtschaft -, zu Gunsten der lokalen Kultur und Umwelt, für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger und last but not least für das Vertrauen der Menschen in sichere und gesunde Nahrungsmittel.“

 

1, 2, 3) Quelle: www.gentechnikfreie-regionen.de/Aktuelle Zahlen; Stand Dez. 2007