08.02.2008

Internationale Münchner Friedenskonferenz


Hep Monatzeder begrüßt die Teilnehmer Im Namen der Landeshauptstadt München möchte ich Sie alle sehr herzlich zur diesjährigen internationalen Friedenskonferenz begrüßen. Sie, die Mitglieder der Münchner Friedensbewegung und insbesondere der Deutschen Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegner haben diese Konferenz mit sehr großem Engagement bereits zum 6. Mal parallel zur so genannten „Sicherheitskonferenz“ organisiert.

Ihnen allen und besonders Ihnen Prof. Dürr, der Sie die Friedenskonferenz als Schirmherr begleiten, schuldet die Landeshauptstadt dafür einen besonderen Dank und Respekt. Für mich ist es eine große Ehre hier bei Ihnen jetzt zum vierten Mal das Grußwort sprechen zu dürfen.

Ganz herzlich möchte ich meinen Kollegen aus der Tcheschischen Republik in München willkommen heißen, Jan Neoral, den Bürgermeister von Trokavec, der Sie gleich ebenfalls begrüßen wird.

Hochspannende Diskussionen zum Frieden in Afghanistan erwarten Sie mit dem Leiter des afghanischen Kulturzentrums in Berlin, Herrn Sabour Zamani und mit dem ehemaligen UNO-Koordinator für den Iran, Herrn Hans-Christof von Sponeck zum Thema „Friedensaufgaben der UNO“.

Sie greifen dieses Jahr das Thema Klimawandel und Energiekrise auf. Und Sie zeigen mit dem Beitrag von Frau Ursula Sladek, der Geschäftsführererin der Elektrizitätswerke Schönau einen Lösungsweg auf. Die Energieversorgung und die die Verteilungskämpfe um die immer knapper werdenden Energieträger werden sicher die größte Herausforderung dieses Jahrhunderts sein. Eine große Herausforderung auch für den Frieden. Ein Weg liegt darin, die Abhängigkeit von Kohle und Öl durch die Nutzung Erneuerbarer Energien zu reduzieren und  durch Aktivierung der vorhandenen Einsparpotenziale den Verbrauch der Energieträger soweit als möglich zu drosseln.

In München sind wir da schon ein sehr gutes Stück vorangekommen. Unsere Auszeichnungen als Energiesparhauptstadt und Solarhauptstadt zeigen dies. Aber auch beim Klimaschutz, ähnlich wie bei den Friedensbemühungen sind energische Schritte nur möglich, wenn alle gesellschaftlichen Akteure in einem Boot sitzen. In München versuche ich dies mit dem Bündnis für Klimaschutz.

Das Programm der Friedenskonferenzen hat sich schon immer durch eine hohe Qualität ausgezeichnet. Es zeigt Alternativen zur sogenannten „Sicherheitspolitik“ der Münchner Sicherheitskonferenz auf. Sie diskutieren Beispiele aktiver und gewaltfreier Friedenskonzepte, die - und das ist das wichtige - auch schon erfolgreich durchgeführt wurden. Sie legen den Schwerpunkt auf Gewaltprävention und Deeskalationsstrategien. Genau aus diesen Gründen unterstützen wir als Landeshauptstadt München die Friedenskonferenz im Rahmen unserer Möglichkeiten: als notwendiges und sichtbares Zeichen gegen Gewalt, Krieg und Kriegsvorbereitungen.

Ich halte es für außerordentlich wichtig, dass ihre Argumente in der „Mitte“ der Gesellschaft ankommen. Die Friedenskonferenz in dieser Form auszurichten, ist da sicher der richtige Weg. Ich begrüße es auch sehr, dass die Friedensbewegung sich bemüht, über die eigene Szene hinaus wahrgenommen und  ernst genommen zu werden. Dafür gilt es auch die angemessene gewaltfreie Sprache zu finden. Und dass dies wichtig ist, zeigt sich nicht nur auf der globalen, sondern auch auf der lokalen Ebene.

Hier in München ist leider ein bedauernswerter und auf´s schärfste zu verurteilender Überfall eines ausländischen Jugendlichen auf einen Fahrgast der Münchner U-Bahn zum Thema des Kommunalwahlkampfs gemacht worden. Ich verurteile es nicht, dass das Thema Gewalt und Sicherheit im Wahlkampf angesprochen wird, da es ein Thema ist, das die Menschen interessiert. Ich verurteile aber auf´s schärfste, wie dies geschehen ist. Und das schließt auch die Sprache mit ein. Wer Gewalt in der Sprache verwendet und suggerieren will, durch Wegsperren und Ausweisen von Jugendlichen Gewalt verhindern zu können, handelt in höchstem Maße populistisch. Und er macht populistische Parolen hoffähig. Sicher hat dies dazu beigetragen, dass jetzt zwei rechtsextreme Parteien zur Wahl zugelassen werden müssen.

Verzeihen Sie mir diesen kleinen Exkurs in die Kommunalpolitik. Sie werden heute über wichtige Zusammenhänge der Friedenspolitik und Gewaltprävention diskutieren.. Ich danke Ihnen allen für Ihr Engagement und den Veranstaltern für die professionelle Organisation. Es freut mich, dass Sie in dieser großen Zahl zu der heutigen Konferenz gekommen sind.

Ich  wünsche Ihnen viel Erfolg und einen spannenden Diskurs.

Danke für ihre Aufmerksamkeit.