Internationale Fahrradkonferenz Velo-city 2007

Der grüne Bürgermeister Hep Monatzeder mit dem Velo-city Direktor Ralf Kaulen auf Radl-Tour durch München."

Dem Fahrrad gehört die Zukunft!

Hep Monatzeder: „Bei allem, was wir bereits erreicht haben: Fahrradfahren in München muss zukünftig noch attraktiver werden. Ich bin überzeugt, wenn die Angebote stimmen, werden noch mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, den Anteil des Radverkehrs in München von heute 10 Prozent bis zum Jahr 2015 auf 15 Prozent zu erhöhen und München zur fahrradfreundlichsten Großstadt in Deutschlandzu machen. Und auf diesem Weg hat uns die Welt-Fahrradkonferenz Velo-city 2007 schon ein gutes Stück vorangebracht.“

Das Jahr 2007 steht in München ganz unter dem Motto „Radverkehr und umweltfreundliche Mobilität“. Ich freue mich sehr, dass es mir gelungen ist, die renommierte Velo-city Konferenz nach München zu holen - einen internationalen Fahrrad-Kongress, der zuvor schon von bekannten europäischen Städten wie London, Barcelona, Amsterdam, Paris und Dublin ausgerichtet wurde. Schon bei der Bewerbung um die vom Europäischen Radfahrerverband ECF (European Cyclists Federation) ausgeschriebene Konferenz mussten wir uns gegen starke internationale Konkurrenz durchsetzen.

Unter dem Motto „From Vision to Reality“  konnte München stellvertretend für ganz Deutschland vom 12. bis zum 15. Juni 2007  knapp 1.000 internationale Fahrradexpertinnen und -experten, FachplanerInnen , MedizinerInnen , VertreterInnen der Fahrradindustrie und der Tourismusverbände, Mitglieder von nationalen und internationalen Fahrradverbänden sowie PolitikerInnen aus 50 Ländern als KonferenzteilnehmerInnen begrüßen. Vier Tage lang diskutierten die internationalen Delegierten im Gasteig die neuesten Strategien der Radverkehrsförderung. Im Vordergrund standen dabei die Themen Stadt- und Regionalentwicklung, Gesundheit, Lebensqualität und Arbeitsmarkt.

Dass wir mit diesen Konferenzthemen auch international den Nerv der Zeit getroffen hatten, zeigte schon die weltweit große Resonanz auf die Konferenz-Ankündigung. Mehr als 300 Referentinnen und Referenten aus über 40 Ländern hatten sich mit ihren Fachvorträgen für Velo-city 2007 beworben. Neben den stark vertretenen europäischen Ländern waren es auch Fachleute  aus China, Indien, Indonesien und vielen afrikanischen Ländern, die auf der Konferenz zu ihren Spezialthemen referieren wollten.

Velo-city 2007 bot hierfür im Veranstaltungsort Gasteig eine ausgezeichnete Präsentationsplattform: ein Forum zur Diskussion, Information, zum Erfahrungsaustausch und zur Netzwerkarbeit. Ermöglicht wurde dies durch ein breites Spektrum an Workshops, Plenarien, Poster-Sessions, Fachexkursionen und Ausstellungen, an denen die Delegierten teilnehmen konnten. Für die Podiumsdiskussionen wurden hochrangige internationale Radverkehrsexpertinnen und -experten gewonnen.

So hatten am Eröffnungsplenum Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und die norwegische  Verkehrsministerin teilgenommen. Hochrangige Repräsentanten aus der Schweiz, Ungarn und der Tschechischen Republik stellten ebenfalls ihre nationalen Strategien der Radverkehrsförderung vor und diskutierten diese anschließend auf dem Podium. Das Thema „Radverkehrsförderung in Metropolen“ wurde von hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Paris, Kopenhagen und London präsentiert.

Alle Vorbereitungen für die Velo-city Konferenz liefen unter meiner Federführung. Parallel zur Fachkonferenz haben wir für die MünchnerInnen ein attraktives Rahmenprogramm zusammengestellt. Als Auftakt wurde die heuer bundesweite Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ im Mai von Bundesminister Tiefensee und mir eröffnet. Die Konferenz selbst wurde am 9. und 10. Juni mit dem Streetlife-Festival eingeleitet, das ganz im Zeichen des Radverkehrs stand. Zur Konferenz-Halbzeit fand eine gemeinsame „VeloNight“ der internationalen Delegierten mit den MünchnerInnen statt, bei der über 500 TeilnehmerInnen auf einer attraktiven Strecke durch die Münchner Innenstadt bis zum Chinesischen Turm mitradelten. Während der ganzen Konferenzdauer präsentierte die Landeshauptstadt München den BesucherInnen aktuelle, innovative und anschauliche Beispiele ihrer Radverkehrsförderung in einer Ausstellung im Gasteig. Am Samstag nach der Konferenz boten die SWM den MüncherInnen mit „M-radelt“ zusätzlich eine attraktive, geführte Radltour entlang des Isar-Wasserweges an.

Die Welt-Fahrradkonferenz Velo-city 2007 hat deutschlandweit neue Impulse und zusätzlichen Schwung in die Radverkehrsförderung gebracht. Diesen Schwung werde ich besonders nutzen, um Fahrradfahren in München auch über die Konferenz hinaus noch attraktiver zu machen.

  • Für eine noch stringentere und effizientere Radverkehrsförderung habe ich kürzlich einen „Lenkungskreis Radverkehr“ unter meiner Federführung eingerichtet. Neben dem seit vielen Jahren schon erfolgreich arbeitenden, von meinem Büro koordinierten „Arbeitskreis Rad“, wird der Lenkungskreis, dem hochrangige  MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung angehören, insbesondere strategische Fragen der Radverkehrsförderung erörtern.
  • In den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur ist durch die Velo-city 2007 bereits neuer Schwung gekommen. So wurde die letzte bestehende Lücke im inneren Radlring zur Konferenz geschlossen; auch für den äußeren Radlring konnten vier große Baumaßnahmen umgesetzt werden. An gefährlichen Knotenpunkten wurden ebenfalls Verbesserungen für die Radlfahrer durchgeführt. Auf meine Initiative hin konnten zur Konferenz auch schon drei Fahrradrouten mit dem neuen, modernen Wegweisungssystem beschildert sowie neue Fahrradstellplätze in Stadtteilzentren eingerichtet werden.
  • Darüber hinaus erfolgte zur Velo-city 2007 in den Innenstadtbezirken systematisch die Öffnung weiterer 40 Einbahnstraßen für den Radverkehr, so dass jetzt knapp 150 Einbahnstraßen für die RadlerInnen auch in Gegenrichtung befahrbar sind. Zudem wurden im Zuge der Konferenz zwölf neue Fahrradstraßen eingerichtet, die dem Radverkehr Vorrang einräumen.
  • Um noch mehr Menschen für das Fahrrad zu gewinnen, ist eine positive Öffentlichkeitsarbeit besonders wichtig. Deshalb gab es zur Velo-city 2007 auch eine Extraausgabe des Münchner Radlstadtplans, sowie eine Ausstellung zu beispielhaften Radverkehrsprojekten in München. Anhand des erstmals aufgelegten Münchner Radlkalenders konnten sich die MünchnerInnen über die vielfältigen Aktivitäten des BürgerInnenprogramms zur Velo-city 2007 und weitere interessante Radlangebote im Velo-city Jahr 2007 informieren.

Weitere Informationen unter: www.velo-city2007.com