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Projektpartnerschaften

Bürgermeister Monatzeder empfängt Guillermo Nacos von den Ashanincas aus Peru im Münchner Rathaus

München übt internationale Solidarität!
Neben der Städtepartnerschaft mit der afrikanischen Stadt Harare unterhält München eine Reihe weiterer internationaler Beziehungen, die von Hep Monatzeder betreut werden. Von  unseren Klimabündnis-Partnern im Peruanischen Regenwald bis nach Sri Lanka, wo München neben der akuten Tsunami-Hilfe auch eine längerfristige Entwicklungszusammenarbeit praktiziert.

Die Ashaninka – Münchens Partner im Klimabündnis
Hep Monatzeder: „Die Mitgliedschaft im „Klima-Bündnis der europäischen Städte mit den Völkern Amazoniens“ verpflichtet München nicht nur, seine CO2-Emissinen und Treibhausgase zu reduzieren und auf Tropenholz zu verzichten. Sie fordert auch eine Unterstützung der indigenen Völker des Regenwaldes, die mit ihrer traditionellen, die Umwelt erhaltende Lebensweise die vordersten Hüter des Regenwaldes sind.“ 

Seit 1997 unterhält München eine Partnerschaft mit den Ashaninka-Indianern im peruanischen Regenwald. Diese größte indigene Volksgruppe des zentralen Urwaldgebietes Perus versucht heute - nach einer Massenvertreibung durch den Terror des "Leuchtenden Pfades" in den 80er Jahren - in den Urwald zurückzukehren und ihre zerstörten Dörfer wieder aufzubauen. Die Ashaninkas kämpfen für eine Sicherung ihrer angestammten Landrechte und für ein Mitspracherecht über die Nutzung ihres Siedlungsgebietes. Sie wollen ihre frühere Lebensweise wieder aufnehmen und kommen dabei zwangsläufig mit ökonomischen Interessen wie Holzabbau, Ölförderung oder Brandrodungen in Konflikt.

Hep Monatzeder war selbst zweimal in Peru und hat Münchens Projektpartner besucht. Er schildert: „Ich war geschockt darüber, in welch rasantem Tempo der Regenwald heute verschwindet: durch Holzabbau, Brandrodungen von zugezogenen Farmern oder den Abbau von Bodenschätzen mit allen Folgeerscheinungen. Gleichzeitig war ich fasziniert von dem Engagement und von der Weitsicht der Ashaninkas. Das Wissen, wie man im Regenwald leben und ihn nutzen kann, ohne ihn zu zerstören, ist trotz des langen Flüchtlingsdaseins nicht verloren gegangen - auch wenn die jüngere Generation erst wieder darin geschult werden muss, wie man schonende Agrarwirtschaft betreibt oder Hütten aus lokalen Produkten baut."

Wiederholt hat Hep Monatzeder Vertreter der Ashaninka-Indianer im Münchner Rathaus zum Erfahrungsaustausch empfangen. Die Landeshauptstadt München hat bislang ca 5.000 € für das Wiederansiedlungsprojekt zur Verfügung gestellt. Erfreulicherweise konnten weitere 12.000 € durch private Spenden von Münchnerinnen und Münchnern überwiesen werden. Auch die nicht-materielle Unterstützung aus München ist bei den Ashaninka sehr willkommen – Hep Monatzeder setzt sich immer wieder bei der peruanischen Regierung für eine Regelung der Landrechtsfrage ein. 

München hilft Batticaloa
Hep Monatzeder: “Nach der Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 hat München in einem beispiellosen Engagement zwei Kommunen an der Ostküste Sri Lankas unterstützt. Neben den akuten Aufräum-und Wiederaufbauarbeiten konnten auch einige langfristige Entwicklungsprojekte in die Wege geleitet werden.“    

Batticaloa ist eine Stadt an der Ostküste Sri Lankas, die von der verheerenden Tsunami-Katastrophe besonders stark betroffen war. Hep Monatzeder, der Batticaloa schon durch ein seit 2003 laufendes Kooperationsprojekts kannte, hat sofort Hilfe Hilfe aus München organisiert, sobald das Ausmaß der Zerstörungen in der Region bekannt geworden war: 2000 Menschen sind den Fluten zum Opfer gefallen, mehr als 7000 sind obdachlos geworden. Ganze Siedlungen, die auf der vorgelagerte Landzunge lagen, wurden dem Erdboden gleichgemacht. Viele Straßen und Brücken sind zerstört,  Brunnen sind durch das Salzwasser und die vielen Leichen unbrauchbar geworden und Abwasserleitungen wurden einfach weggeschwemmt.

Er konnte den Münchner Stadtrat überzeugen, insgesamt 750.000 Euro für den Wiederaufbau bereitzustellen. Mit diesen Mitteln und den zahlreichen Spenden aus der Münchner Bevölkerung und Wirtschaft – mehr als 540.000 Euro – wurde ein Maßnahmenplan umgesetzt, an dem neben der dortigen Stadtverwaltung auch UN-Habitat mitgearbeitet hat, eine Entwicklungsorganisation der Vereinten Nationen, die bereits in die bisherige Kooperation mit Batticaloa eingebunden war. In der ersten Phase wurden die Münchner Gelder eingesetzt, um Bagger zu kaufen und die Stadtverwaltung bei ihren Räumarbeiten zu helfen – vorher mussten die Rot-Kreuz-Helferinnen den Schutt mit bloßen Händen wegschaffen. Als nächster Schritt wurden dringend notwendige öffentliche Einrichtungen wie Straßen, Brücken, Wasser oder Abwassereinrichtungen, aber auch Märkte oder Gemeindezentren wieder instand gesetzt. In der dritten Phase liegt der Schwerpunkt im Wiederaufbau der zerstörten Siedlungen. Das gesamte Wiederaufbauprojekt ist bis Ende 2008 angesetzt.

Daneben konnten mit den Münchner Spenden  weitere kleinere Projekte umgesetzt werden: Zusammen mit der Hilfsorganisation „Ärzte der Welt“ wurde eine chirurgische Nachbehandlung für verletzte Flutopfer aufgebaut. Damit verbunden ist auch eine Schulung und bessere Ausstattung des Krankenhauses in Batticaloa, so dass die Unterstützung auch einen Dauereffekt hat. Die Spenden aus den Münchner Schulen wurden für die Wiederanschaffung von Schulmobiliar und Schuluniformen verwendet, und ein Waisenhaus in Kalmunai konnte mit Hilfe von Münchner Geldern in größere Räumlichkeiten umziehen. 

Erfreulicherweise konnte inzwischen ein Folgeprojekt beginnen, das die kurzfristige Katastrophenhilfe in eine langfristige und wirklich nachhaltige Unterstützung umwandelt: Gemeinsam mit EMAS, einer Münchner Nichtregierungsorganisation, baut München in Batticaloa eine Schule für Brunnenbauer. Diese Schule wird einen ökologischen und sparsamen Umgang mit dem kostbaren Gut vermitteln. Sie wird aber auch für die Menschen in der wirtschaftlich schwachen Region eine höchst interessante Berufsperspektive bedeuten. Das Geld dafür stammt übrigens nicht aus städtischen Töpfen, sondern aus EU-Mitteln. 

Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass sich die politische Lage in dem bürgerkriegsgebeutelten Land stabilisiert, damit die Wiederaufbauprojekte auch langfristig Bestand haben und die Menschen dort endlich zur Ruhe kommen.