7. Internationale Münchner Friedenskonferenz
Hep Monatzeder begrüßt die Teilnehmer im Alten Rathaus
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich begrüße Sie ganz herzlich im Namen der Landeshauptstadt München zur Auftaktveranstaltung der Internationalen Münchner Friedenskonferenz 2009!
Die Stadt eröffnet seit Jahren die Internationale Friedenskonferenz, die parallel zur Sicherheitskonferenz stattfindet. Hierfür stellen wir gerne den Saal des Alten Rathauses, diesen schönsten größten repräsentativsten Saal Münchens zur Verfügung. Weil ich – und hier kann ich im Namen der Landeshauptstadt München sprechen - sage: wir brauchen Sie! München braucht die Friedenskonferenz und wir brauchen Sie als Menschen, die sich aktiv für eine friedlichere Welt engagieren. Ich danke auch der Münchner Friedensbewegung und insbesondere der Deutschen Friedensgesellschaft/vereinigte Kriegsdienstgegner für die Organisation der Friedenskonferenz!
Ich danke Ihnen für Ihre kritische Begleitung der Sicherheitskonferenz. Den nicht nur die deutsche und die europäische Politik muss sich zu Recht fortwährend fragen lassen: Sind die Einsätze, beispielsweise der in Afghanistan, wirklich gerechtfertigt? Tragen Sie dazu bei, langfristig stabile Verhältnisse in dieser Region zu erreichen?
Wir müssen an der Vision, einer friedlichen Welt ohne Kriege unbedingt festhalten und dieses Ziel weiter verfolgen! Ich bin wie Sie fest davon überzeugt, dass ein Umsteuern möglich ist. Es muss sogar möglich sein, denn es gibt keine Alternative!
Die Landeshauptstadt München ist deshalb auch Mitglied bei „Mayor for Peace!“ einer Organisation, der sich Städte der ganzen Welt angeschlossen haben, um sich gegen Atombomben und Aufrüstung einzusetzen!
Ich danke den Veranstaltern und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch deshalb, weil auf der Friedenskonferenz dieses Wochenende neue Ideen vorgestellt werden, die Alternativen und Wege aufzeigen, wie die Vision einer friedlichen Welt, Realität werden könnte. Ich finde diese alternativen Lösungsansätze sehr wichtig und auch wichtig, dass in die Entwicklung dieser Ansätze investiert wird. Leider sind die Mittel für Friedensforschung sehr viel geringer als die für kriegsfördernde Maßnahmen, wie z.B. die der amerikanischen think-tanks, die den Weg zum Irak-Krieg gezeichnet haben.
Um so wichtiger ist, dass die zivilen Lösungen diskutiert und so breiter in die Öffentlichkeit getragen werden! Dies geschieht bei der heutigen Veranstaltung mit dem Titel „Globale Bedrohung für den Frieden – Zivile Antworten“, aber auch das ganze Wochenende, so beispielsweise auch morgen mit der Veranstaltung „Vorstellung der Kampagne „Vorrang für Zivil““, bei der ganz konkret Beispiele aufgezeigt werden, wie zivile Konfliktbearbeitung in Krisenregionen arbeitet. Solche Impulse brauchen wir!
Denn Sie wissen und es sehen leider alle, die Welt ist nicht friedlicher geworden! Dies kann ein Barack Obama, in den wir alle gewisse Hoffnungen setzen, sicherlich alleine auch nicht lösen. Nicht nur im Israel-Palästina-Konflikt wird die Hilfe der internationalen Staatengemeinschaft nötig sein.
Völlig vergessen scheint der Welt zum Beispiel der Krieg im Ostkongo, wo sich zur Zeit ein Drama abspielt, das wir uns kaum vorstellen können: Grausame Morde an der Zivilbevölkerung, systematische Vergewaltigungen und Vertreibungen. Die Internationale Staatengemeinschaft schaut hilflos zu. Hier bedarf es ganz schnell eines Handeln, auch eines stärkeren UNO-Engagements vor Ort. Die Blauhelme sind zwar im Kongo stationiert, aber zu schwach und nicht direkt im Krisengebiet.
Gleiches gilt für Darfur im Sudan wo es seit längerem Völkermord gibt – nach UNO-Schätzungen sind seit dem Jahr 2003 300.000 Menschen gewaltsam umgekommen und 2,5 Millionen vertrieben worden, und viele durch systematische Vergewaltigungen traumatisiert.
In Europa und den angrenzenden Regionen gibt uns der geplante Raketenschild in Ost und Mitteleuropa und die Situation im Zentralkaukasus auch keinen Anlass zur Zuversicht. Auch deshalb ist die Friedensbewegung, heute, wie in den 80er Jahren wichtig und notwendig!
Lassen Sie mich auf München zurückkommen und noch etwas zur Friedens- und zur Sicherheitskonferenz sagen:
Ich begrüße, dass die Veranstalter beider Konferenzen aufeinander zugegangen sind, und dass dieses Jahr zum ersten Mal im Vorfeld Gespräche stattfanden. Ich bedanke mich bei, der Projektgruppe „Münchner Sicherheitskonferenz verändern e.V.“, - die auch die Friedenskonferenz mit vorbereitet und schon früher den Dialog mit Vertretern der Sicherheitskonferenz gesucht hat. Ich begrüße die Offenheit des neuen Vorsitzenden der Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger, der nicht nur zu Gesprächen bereit war und sie auch suchte und weiter führt. Er lässt auch erstmals einen sogenannten Kritiker und Gegner der Sicherheitskonferenz als Beobachter teilnehmen. Eine gute Fortsetzung wäre, dass eines Tages, wie dies umgekehrt bereits geschieht, Vertreter und Fachleute der Friedenskonferenz auch als Redner auf Podien bei der Sicherheitskonferenz sind. Die diesjährigen Gespräche sind aber ein Anfang!
Ich begrüße last but not least ganz herzlich die hochkarätigen Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer,
- Frau Dr. Mary-Wynne Ashford,
- Herrn Jakob von Uexküll,
- Prof. Werner Ruf
und die hier schon alt Vertrauten
- Prof. Hans-Peter Dürr und
- Hans Christof von Sponeck
und den Moderator Clemens Ronnefeldt, der die Podiumsteilnehmer noch ausführlicher jetzt vorstellen wird.
Ich wünsche Ihnen heute und auf den Veranstaltungen der nächsten beiden Tage viele neue Erkenntnisse, die hoffentlich früher oder später von der Politik aufgenommen werden. Und einen schönen Aufenthalt in München!


